Wenn ein Verein Geburtstag hat und ganz Erfurt zuschaut, darf es ruhig ein bisschen größer sein: Der FC Rot-Weiß Erfurt feierte mit einer historischen Straßenbahn, prominenten Gästen und einem Festakt, der bewies, dass Tradition auch richtig Spaß machen kann.

Der 26. Januar 2026 wird beim FC Rot-Weiß Erfurt so schnell nicht in Vergessenheit geraten. Anlässlich seines Geburtstages zeigte der Traditionsverein eindrucksvoll, dass Geschichte nicht verstaubt sein muss – sondern sogar auf Schienen durch die Stadt rollen kann. Die Jubiläums-Straßenbahnfahrt und der anschließende Festakt im Rathaus entwickelten sich zu einem rundum gelungenen Geburtstag für den Verein.

Pünktlich am Nachmittag machte sich eine historische, rot-weiß gebrandete Straßenbahn von der Thüringenhalle aus auf den Weg quer durch Erfurt. An Bord: aktuelle Verantwortungsträger, Vereinslegenden, Ehrenamtliche, Nachwuchsvertreter und mit dem Sportbeauftragten der Stadt auch politische Prominenz. Während draußen Passanten schmunzelnd hinterherschauten, wurde drinnen gefachsimpelt, erinnert, gelacht – und ganz nebenbei eindrucksvoll bewiesen, wie tief der FC Rot-Weiß Erfurt im Stadtbild verwurzelt ist. Die Fahrt durch zahlreiche Stadtteile geriet damit nicht nur zur rollenden Jubiläumsfeier, sondern auch zur charmanten Werbetour für den Verein.

Am Fischmarkt angekommen, ging es nahtlos vom Schienenverkehr in den festlichen Teil über. Im Rathaus warteten mehr als 160 geladene Gäste auf den nächsten Höhepunkt des Tages. Ein roter Teppich vor dem Eingang, Spalier stehende Trainer und Kapitäne aller elf aktuellen RWE-Mannschaften und ein persönlich begrüßender Oberbürgermeister Andreas Horn sorgten für einen Empfang, der eher an eine Filmpremiere als an einen Vereinsgeburtstag erinnerte.

Im Rathausfestsaal wurde anschließend nicht nur gefeiert und beglückwünscht, so vom Erfurter Oberbürgermeister Andreas Horn, vom Thüringer Sportminister Stefan Gruhner und vom GmbH-Geschäftsführer Franz Gerber – sondern auch erzählt, gelauscht und geschmunzelt. Steffen Raßloff nahm die Gäste mit auf eine Reise durch die Vereinsgeschichte, bevor Michael Kummer gemeinsam mit Erhard Meyer – einem der letzten lebenden Spieler der legendären 1966er-Mannschaft – Erinnerungen an die Anfangsjahre des FC Rot-Weiß Erfurt aufleben ließ – inklusive der weitesteten Auswärtsreise des Clubs mit den meisten Auswärtszuschauern. Spätestens hier wurde klar: Manche Geschichten werden mit jedem Erzählen besser.

Für beste Stimmung sorgte schließlich Philipps KneipenChor, der eigens für diesen Anlass zwei Rot-Weiß-Hymnen als Chorfassungen präsentierte – erstmals, exklusiv und mit spürbarer Leidenschaft. Gänsehaut inklusive.


Text: Michael Kummer
Fotos: Marcel Junghanns

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27.01.2026 \ FC RWE e.V.